Rezension zu „Wir in den schönsten Farben“


Daten: 

Wir in den schönsten Farben von Ella Yunis – 353 Seiten – ISBN: 978-1799215349 – 11,95€ – veröffentlicht am 16. März 2019

Klappentext:

Vielleicht müssen wir uns manchmal verirren, um den richtigen Weg zu finden.

Kunststudentin Ivy steckt in einer Schaffenskrise. Für Ablenkung soll eine Assistenzstelle am Theater sorgen, doch nicht nur der cholerische Boss stellt eine Herausforderung dar. Bald schon spielt Ivy die Hauptrolle in ihrem eigenen Liebesdrama – inszeniert von einem englischen Austauschstudenten, der ihr Leben komplett auf den Kopf stellt.

Meine Meinung:
Manchmal bin ich wirklich froh wenn Autoren auf mich zukommen und ganz gezielt fragen ob ich ihr Buch lesen möchte. So hat es auch die liebe Ella Yunis getan. Denn ich bin ehrlich, leider ist ihr Buch bei mir komplett untergegangen. 
Dabei hat „Wir in den schönsten Farben wirklich so ein schönes Cover. Und auch der Klappentext klang direkt spannend. 

In dieser Geschichte geht es um Ivy. Sie ist Kunststudentin. Allerdings befindet Ivy sich gerade in einer Schaffenskrise und bekommt deshalb von ihrem Kunstprofessor die Möglichkeit ein halbes Jahr lang bei einem Theaterstück als Produktionsassistentin zu arbeiten.
Dieser Job ist für Ivy alles andere als einfach. Denn sie ist ein eher zurückhaltender Mensch und die neuen Aufgaben scheinen Ivy am Anfang etwas zu überfordern. 
Das ändert sich aber schnell und Ivy wächst an ihren Aufgaben. Sie ist sehr ergeizig und möchte ihre Arbeit so gut wie möglich erledigen. 

Zusammen mit seinem Freund Oliver ist Jack als Austauschschüler am Theater. Er übernimmt die Hauptrolle und bekommt damit mehr Aufmerksamkeit als ihm lieb ist. Denn anders als Oliver ist Jack eher introvertiert. Doch er liebt es auf der Bühne zu stehen und hat sich deshalb sogar gegen den Willen seiner Familie gestellt. 
Mit Jack ist es nicht einfach. Denn auch wenn er es nicht will wirkt er auf Ivy oft mürrisch und schlecht gelaunt. Deshalb ecken die beiden ziemlich oft aneinander. 

Die Geschichte wird in der 3. Person erzählt und man erfährt alles aus der Sicht von Ivy. Doch das finde ich tatsächlich nicht störend. Denn Ella Yunis hat einen sehr bildlichen Schreibstil. So kann man sich die Handlung wirklich gut vorstellen und Ivy ist von der ersten Seite an eine sehr greifbare und sympathische Protagonistin.
Ich glaube die Problematik mit der Ivy immer wieder kennt, die kennt wirklich fast jeder. Sie ist eine Protagonistin die Ecken und Kanten hat und deshalb mochte ich sie wirklich sehr. 

Jack hat es einem da nicht so einfach gemacht. Das lag aber nicht daran das man aus seiner Sichtweise nichts erfährt. Für mich blieb er einfach generell blasser in dieser Geschichte. Trotzdem mochte ich ihn auf eine Art. Und viele Handlungen von ihm konnte ich auch nachvollziehen. 

Was mir wirklich sehr gefallen hat waren die Elemente aus der Kunst und dem Theater. Bei beidem habe ich keine großen Vorkenntnisse aber es hat mir viel Freude bereitet das Ivy mich in diese Welt mitgenommen hat. Vor allem die Entwicklung eines Theaterstücks und wie solche Proben aussehen fand ich unglaublich spannend.

Für mich war diese Geschichte allerdings keine wirkliche Liebesgeschichte. Ich habe den Weg von Ivy geliebt und fand ihre Entwicklung wirklich toll im Verlauf der Handlung. Aber die Gefühle und die Beziehung zwischen Ivy und Jack war ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehbar. Es gab einfach keinen wirklichen Moment. Mir fehlten richtige Szenen mit den beiden wo ich auch ein wenig Herzklopfen bekomme und mit den beiden mitfiebern kann. 
Für mich ist es deshalb kein schlechtes Buch denn hier wird so viel mehr erzählt. Aber die Liebesgeschichte hätte da auf jeden Fall mehr Raum gebraucht. Gerade am Ende ging es so schnell nach so viele Hürden, die es zu bewältigen gab.

Insgesamt hatte ich trotz der kleineren Schwächen viel Freude beim Lesen. Denn Ella Yunis hat mich in eine mir völlig unbekannte Welt eintauchen lassen und es hat mir sehr gefallen. Deshalb gebe ich „Wir in den schönsten Farben“ auch 4 von 5 Lesekatzen.