Rezension zu „Wild like a River“


Daten: 

Wild like a River von Kira Mohn – Kyss by Rowohlt – 400 Seiten – ISBN: 3499003998 – 12,99€ – veröffentlicht am 13. Oktober 2020

Klappentext:

Haven lebt als Tochter eines Rangers in einem von Kanadas Nationalparks. Nirgends fühlt sie sich so wohl wie in der wilden Natur. Menschen hingegen verunsichern sie. Sie weiß nie, was sie sagen, wie sie sich verhalten soll. Die meisten Leute finden sie seltsam. Doch dann begegnet sie Jackson, einem Studenten aus der Stadt. Er bittet sie, ihm ihre Welt zu zeigen. Und plötzlich ist da jemand, der all das, was sie bisher allein erlebt hat, mit ihr teilt. Ein verwirrend schönes, aber auch schmerzhaftes Gefühl. Denn Jackson muss bald wieder zurück in seine eigene Welt …

Meine Meinung:

Was soll ich sagen? Die Bücher von Kira Mohn sind für mich immer sehr besonders. Da muss ich keinen Klappentext lesen um zu wissen ob ich sie lesen will. Denn ich muss sie einfach lesen. 
Letztes Jahr hat mich die Leuchtturm Trilogie schon auf eine wunderschöne Reise nach Irland mitgenommen. Und dieses Jahr lädt Kira uns nach Kanada ein. 

Haven ist 19 Jahre alt und nimmt uns mit in den Jasper Nationalpark. Dort wohnt sie seit früher Kindheit mit ihrem Vater. 
Sie liebt die Natur, die sie im Nationalpark umgibt. Deshalb möchte sie auch später Ranger wie ihr Vater werden. Dafür absolviert sie ein Fernstudium. 
Haven hat wenige soziale Kontakte und niemanden in ihrem Umfeld der im gleichen Alter ist. Das merkt man auch an ihrem Verhalten. Sie ist extrem ehrlich und sagt die Dinge, die sie denkt sehr ungefiltert. Mir hat das sehr gefallen. Dadurch konnte ich direkt eine Verbindung zu ihr aufbauen. 
Allerding sorgt dieser wenige soziale Kontakt auch dazu, dass sie oft sehr unbeholfen ist. Viele halten sie deshalb vielleicht für naiv aber man sollte Haven nicht unterschätzen. 
Für mich ist sie eine absolut liebenswerte Protagonistin, die unglaublich authentisch ist. 

Jackson ist 22 Jahre als und wohnt in Edmonton. Dort lebt er zusammen mit seinem besten Freund Cayden und studiert Rechtswissenschaften.
Er kommt aus einer sehr konservativen Familie, die genaue Vorstellungen hat wie sein Leben laufen soll. Und obwohl Jackson oft so lebenslustig und dynamisch wirkt, steckt er auch in einer gewissen Lethargie fest. Denn er ergibt sich lieber dieser Situation, ohne sich zu fragen was er eigentlich will und wie genau dafür eigentlich einsteht. 

Mir fällt es immer extrem schwer meine Gefühle bei den Büchern von Kira in Worte zu fassen. 
Das Setting welches sie gewählt hat, hat mich direkt gepackt. Es kam mir vor als würde ich mit Haven und Jackson durch die Wälder des Nationalparks wandern. Es war wirklich unglaublich. Wenn es jemanden gibt der das wirklich immer schafft dann ist es Kira. 
Diese Geschichte ist ruhig. Sie passt zu Jackson und Haven. Wer hier viel Drama erwartet, der sucht auf jeden Fall vergebens. Aber genau das macht diesen Schreibstil für mich auch besonders. Denn dadurch können die Gedanken und Emotionen noch so viel besser transportiert werden. 
Man liest mit bedacht, legt das Buch mal einen Moment zur Seite und denkt über die Szene nach. Man achtet auf so viele Kleinigkeiten und liest zwischen den Zeilen. Und dort entdeckt man dann so viel. Mich hat die Handlung wirklich sehr berührt. 

Beide Charaktere sind absolut authentisch. Hier geht es nicht um irgendwelche fiktiven Dramen, die man sonst nur aus Hollywood Filmen kennt. Hier geht es um Erlebnisse, die jeden von uns passieren können. Mit manchen Dingen haben wir uns vielleicht selber schon auseinandergesetzt oder stecken sogar gerade drin. 
Es ist einfach greifbar und genau deshalb kam es mir beim Lesen auch immer so vor als wenn ich mittendrin wäre.

Dieses Buch ist eine unglaublich spannende, emotionale und sehr tiefgründige Reise. Ich liebe diesen Auftakt wirklich sehr und bin froh das Kira uns noch einmal mit zu diesem unglaublich schönen Setting nimmt.
Für mich ist „Wild like a River“ ein absolutes Jahreshightlight. Deshalb bekommt es auch 5 von 5 Lesekatzen.