Rezension zu „Rebel Heart“


Daten:

Rebel Heart von Vi Keeland und Penelope Ward – Lyx Verlag – 304 Seiten – ISBN: 978-3736311947 – 12,90€ – Veröffentlicht am 30. April 2020

Klappentext:

Ihre Liebe war echt, sie war tief und für immer. 
Doch ein Fehler kann alles zerstören! 

Rush und Gia haben sich gefunden. Sie lieben sich trotz aller Widerstände und sind glücklich wie nie zuvor. Doch eine falsche Entscheidung in Gias Vergangenheit zerstört alles. Rush ist tief verletzt und zieht sich zurück. Und während die junge Frau mit den Konsequenzen ihres Fehlers klarkommen muss, kann sie die Liebe ihres Lebens nicht vergessen. Gia riskiert alles, um Rushs Vertrauen zurückzugewinnen und sein Herz aufs Neue zu erobern.

Meine Meinung:

Nach dem gemeinen Cliffhanger am Ende vom ersten Teil, musste ich natürlich direkt weiterlesen. Mich hatten Gia und Rush so sehr überrascht im ersten Teil und ich war wirklich begeistert von der Story, deshalb war ich neugierig wie es hier nun weitergehen wird.
Entsprechend spannend startet man auch in das Buch. Das erste Drittel hat mich total gefesselt und auch wenn es manchmal etwas schnell ging, konnte es mich mitreißen. 

Leider hielt das aber nicht an. Denn im restlichen Buch passiert nicht mehr viel. Gia und Rush scheinen sich immer im Kreis zu drehen und bleiben dabei eher blass. Auch die Nebencharaktere die man im ersten Teil liebgewonnen hat wie Gias Vater oder Rushs Mutter spielen hier quasi keine Rolle. 
Dafür werden Charaktere eingeführt, die anfangs wirklich wichtig für die Handlung zu sein scheinen aber dann am Ende doch gar keine Rolle gespielt haben. 

Auch die Entwicklung von Gia und Rush hat mir nicht gefallen. Natürlich kann ich sehr gut verstehen, dass Rush Probleme hat die Neuigkeiten zu verarbeiten. Das ist keine einfache Situation und man muss sich damit auseinandersetzen. 
Leider habe ich aber nicht das Gefühl, das Rush sich mit den Problemen auseinandersetzt. Er versinkt im Selbstmitleid und denkt höchstens Mal an Gia weil ihr Bauch wächst und er erotische Gedanken hat. Aber eine wirkliche Auseinandersetzung mit der Thematik fehlt mir. 

Und Gia hat sich so sehr gewandelt. Ich mochte ihre offene und direkte Art aus dem ersten Teil. Sie Wortgefechte zwischen ihr und Rush waren so unterhaltsam. Sie hat sich einfach nichts gefallen lassen und auch wenn sie in manchen Bereichen etwas unsicher war, so hatte sie trotzdem eine gesunde Portion Selbstbewusstsein. 
Hier in diesem Teil ist sie klein und wirkt für mich eher so als würde sie alles tun nur um Rush zurückzubekommen. Sie hat Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen für eine Sache, die passiert ist als sie Rush nicht einmal kannte. Das finde ich wirklich schade. Denn so wirkt sie einfach nur noch wie eine Person die abhängig von dem Mann in ihrem Leben ist und sich selber dafür wahnsinnig zurücknimmt. 

Der Schreibstil ist auch hier leicht und flüssig. Das hat mich diese Geschichte auch trotz der Kritikpunkte schnell lesen lassen. 
Allerdings fehlen hier wie oben schon erwähnt die Wortgefechte zwischen Gia und Rush. Und generell der Humor kommt leider viel zu kurz. 
Die Dramaturgie ist hier leider nicht genutzt worden. Viele unwichtige Dinge bekommen extrem viel Platz und die Handlungen, die hätten spannend werden können die werden extrem schnell abgehandelt. 
Deshalb wirkt das Ende für mich auch eher erzwungen und irgendwie nicht rund. Für mich hätte man hier die Hälfte der Story kürzen können und dafür dann ein Buch daraus machen können. Dann hätten sich manche Szenen auch nicht so gezogen.

Leider ist „Rebel Heart“ für mich also keine gelungene Fortsetzung und konnte nicht an den starken ersten Teil anschließen. 
Von mir bekommt diese Geschichte nur 2 von 5 Lesekatzen.