Rezension zu „Kissing Lessons“

Daten:

Kissing Lessons von Helen Hoang – Kyss by Rowohlt – 416 Seiten – ISBN: 978-3499275364 – 12,99€ – veröffentlichung am 15. Oktober 2019

Klappentext:

Küssen sollte einfach sein. Jeder tut es. Es ist nicht viel dabei. Aber Stella kommt sich jedes Mal vor wie ein Hai, dem gerade ein paar Pilotfischchen die Zähne reinigen. Und das ist nicht schön, weder für sie noch für den Mann. Sie hat die Sache mit der Liebe schon beinahe aufgegeben – als Asperger-Autistin mag sie ohnehin nichts, was ihre Routine stört –, doch dann bringt ein dahingesagter Satz sie ins Grübeln: Übung macht den Meister. Stimmt das? Braucht sie einfach mehr Erfahrung? Und wenn ja, wer bringt einem das Küssen bei – und mehr? Vermutlich ein Profi, ein Escort. Wie Michael Phan. Auch wenn der eine ganz eigene Vorstellung von ihrem Unterricht hat …

Meine Meinung: 

Auf dieses Buch war ich aufgrund der Thematik wirklich sehr gespannt. Eine Protagonistin mit dem Asperger Syndrom ist wirklich etwas das ich bisher nicht gelesen habe.

Stella ist eine unglaublich spannende Protagonistin. In ihre Welt einzutauchen empfand ich als unglaubliche Bereicherung. Alles von Stella ist ungefiltert, Emotionen fallen ihr schwer. Auf der einen Seite ist es sicherlich eine Stärke, wenn man immer sagt was man denkt. Ich schätze solche Menschen. Allerdings gibt es auch unpassende Momente und das muss Stella auch immer wieder feststellen. 
Körperliche Nähe ist für Stella schwer auszuhalten. Selbst bei ihren Eltern hat es gedauert bis sie sich daran gewöhnt hat. 
Soziale Kontake hat Stella auch kaum. Sie arbeitet am liebsten und ist dort auch unglaublich erfolgreich. Denn dort bewegt sie sich in sicheren Gebieten und muss nicht auf ihre Umwelt achten.

Michael war für mich ein toller Gegenpart zu Stella. Er ist extrem einfühlsam und einfach ein Protagonist, den man sofort ins Herz schließen muss.
Er hat sehr mit der Vergangenheit seiner Familie zu kämpfen und arbeitet sogar als Escort um seine Mutter finanziell zu unterstützen. 
Wie er mit Stella umgeht hat mir sehr gefallen. Denn er behandelt sie sehr respektvoll. Und das liegt nicht daran das sie seine Kundin ist. Michael behandelt alle Menschen mit viel Respekt. 

Man taucht direkt in zwei spannende Welten ein. Die Welt von Stella ist wirklich neu. Die Welt von Michael kennt man vielleicht schon von anderen Geschichten aber trotzdem ist sie so detailreich beschrieben. Ich mochte es wie nach und nach beide Welten miteinander verwoben werden.
Auch finde ich es toll wie man dem Leser hier die Welt eines Menschen mit Asperger Syndrom nahebringt. Dinge, die man nicht kennt erscheinen einem ja oft seltsam und hier hat Helen Hoang es wirklich geschafft mit viel Feingefühl den Leser in diese Welt eintauchen zu lassen.

An manchen Stellen fand ich Stellas Entwicklung zu schnell. Gerade was das Körperliche mit Michael angeht und wenn man ihre Vorgeschichte kennt, denke ich da hätte man es vielleicht etwas langsamer angehen lassen können.

Ansonsten hat mir diese einmalige Geschichte aber wirklich gut gefallen. Ich bin sehr gespannt auf die anderen Bücher dieser Reihe. Deshalb bekommt „Kissing Lessons“ von mir auch 5 von 5 Lesekatzen.