Rezension zu „Immer noch wir“


Daten:

Immer noch wir von Elja Janus – Feuerwerke Verlag – 270 Seiten – ISBN: 978-3945352518 – 11,90€ – veröffentlicht am 19. März 2019

Klappentext: 

Über fünfundzwanzig Jahre ist es her, dass Lina und Joe ihre bepinselten Händchen gegeneinander drückten, um eine neue Farbe zu erschaffen – so einzigartig wie ihre Freundschaft. Als sie sich nun unerwartet auf einer Party wieder gegenüberstehen, wissen beide schnell: Dieses Mal ist es so viel mehr. Doch die Zeit hat Spuren hinterlassen, die eine Beziehung unmöglich zu machen scheinen …

Meine Meinung:

„Immer noch wir“ ist das Debüt von Elja Janus. Sie hat viel Herzblut in diese Geschichte gesteckt und das merkt man auch. 
Mit Lina und Joey hat sie zwei komplett unterschiedliche Charaktere geschaffen, die aber absolut realistisch dargestellt sind.

Lina ist Autorin. Nebenbei arbeitet sie im Café ihrer Freundin denn so ganz will sie dem Autorenleben nicht trauen. 
Sie sprüht förmlich vor Leben. Es hat so viel Freude gemacht sie in diesem Buch zu begleiten. Man hat immer das Gefühl Lina umgibt ein Farbenmeer weil sie einfach jeden Moment auskosten will und der Welt mit offenen Augen begegnet. 
Trotzdem gibt es auch unsichere Momente. Doch diese versucht Lina immer schnell hinter sich zu lassen.

Joe ist Grafiker. Er hat als Jugendlicher einen schlimmen Verlust erlitten und dadurch geht er sehr vorsichtig durchs Leben. Er will keine Risiken eingehen und alles schön im Mittelmaß halten. Emotionen vermeidet Joe auch denn da wo Glück und Freude sind, kommt auch ganz schnell der Fall und es folgen Schmerz und Verlust.

Lina und Joe sind so komplett unterschiedlich und trotzdem scheint es so gut zu passen. Aber leider ist es nicht immer so einfach mit den Gefühlen. Vor allem wenn sich immer noch der Kopf mit einschaltet.
Aber es gibt nicht nur schwere Momente. Man merkt bei den beiden die Verbundenheit seit ihrer Kindheit und die Gespräche der beiden machen einfach Freude. Manchmal sind sie Tiefgründig und emotional, manchmal humorvoll und man muss schmunzeln. Eine gelungene Mischung. 

Der Schreibstil von Elja hat mir sehr gut gefallen. Sie hat eine sehr bildhafte Sprache und kann den Leser so absolut in die Geschichte ziehen. Das Miteinander von Joe und Lina ist oft fast schon poetisch. Es war wunderschön diese Passagen zu lesen. Manch einer mag es vielleicht als kitschig empfinden. Ich fand es genau richtig und es hat einfach wunderbar zur Handlung gepasst. 

Insgesamt ist „Immer noch wir“ für mich ein ganz wundervoller Roman. Als kleinen Kritikpunkt hätte ich das Ende anzumerken. Da hätte ich mir vielleicht ein paar Sätze mehr gewünscht. Aber sonst konnte mich dieses tolle Debüt absolut überzeugen.
Deshalb bekommt „Immer noch wir“ von mir 4 von 5 Lesekatzen.