Rezension zu „Everything I didn’t say“

Daten:

Everything I didn´t say“ von Kim Nina Ocker – Lyx Verlag – 528 Seiten – ISBN: 978-3736309173 – 12,90€ – veröffentlicht am 31. Oktober 2019

Klappentext:

Meine Geschichte hat viele Happy Ends – viele Momente, in denen ich gerne auf Stopp gedrückt und den Augenblick für immer im Herzen eingeschlossen hätte. Und dann ging es weiter … 

Als Jamie und Carter sich zum ersten Mal gegenüberstehen, sprühen zwischen ihnen augenblicklich die Funken. Dabei wissen sie beide, dass sie unbedingt die Finger voneinander lassen müssen: Jamie hat gerade erst ihren Job als Dramaturgieassistentin angetreten, und Carter ist als Star der Show vertraglich dazu verpflichtet, sich nicht mit einer Frau an seiner Seite in der Öffentlichkeit zu zeigen. Doch mit jedem Tag, den sie miteinander verbringen, knistert es heftiger zwischen ihnen, bis sie der Anziehungskraft nachgeben – nicht ahnend, dass das ihre Leben gehörig durcheinanderbringen wird …

Meine Meinung:

Ich war wirklich gespannt auf dieses Buch. Nicht nur das Cover und der Klappentext haben mich neugierig gemacht. Ich habe auch schon die Upper – Eastside Reihe von Kim Nina – Ocker gelesen und mochte sie wirklich sehr.

Jamie ist sehr bodenständig. Sie hat nichts geschenkt bekommen und musste sich alles hart erarbeiten. Nach dem Tot ihrer Mutter lebt Jamie mit ihrem Bruder beim Vater. Die Familie hat nicht viel Geld und Jamie muss neben dem Studium auch immer noch Nebenjobs machen damit sie sich das Studium leisten kann. Trotzdem kämpft sie für ihren Traum am Theater als Dramaturgin zu arbeiten. 
Ich mochte Jamie sehr gerne. Sie hat viele Facetten, ist nicht die typische Protagonistin und lässt viel Raum für Entwicklungen. 

Carter kommt zwar aus einem reichen Elternhaus, hat aber nie Liebe erfahren. Er ist seinem Traum als Schauspieler schon etwas näher gekommen mit seiner Rolle in einer Daily Soap. Doch dort will Carter nicht enden, er möchte gerne als Schauspieler auch in Kinofilmen erfolgreich sein.
Für Carter ist es normal das die Frauen um ihn herumschwärmen. Deshalb ist er auch sehr verwundert das Jamie auf ihn nicht anspringt.
Carter war mir sogar noch ein wenig sympathischer. Auch wenn er zu Anfang ein schwieriger Charakter war, man merkt einfach das er wirklich vielschichtig ist und es hat Freude gemacht hinter seine Fassade blicken zu können.

Die Geschichte von Carter und Jamie wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Man ist einmal in der Gegenwart und erlebt dann die Kennenlerngeschichte der beiden in der Vergangenheit. Trotz dieser zwei Zeitebenen und der zwei Erzählperspektiven ist es kein Problem der Geschichte zu folgen. Kim Nina Ocker hat wirklich einen sehr lebendigen und flüssigen Erzählstil. 
Man spürt die Anziehung zwischen Carter und Jamie, merkt aber auch warum und wo es harkt. Ich fand die Handlungen meistens sehr nachvollziehbar. Natürlich gibt es auch einige Klischees aber die finde ich hier nicht extrem und sie passen auch zur Story. 

Zwei kleine Kritikpunkte habe ich aber doch noch. Einmal musste ich zwischendurch bei Jamie wirklich den Kopf schütteln. Sie hat sich in manchen Momenten wirklich nicht nett verhalten. Natürlich hat sie Einiges durchgemacht aber, dass sie die Bemühungen von Carter so schlecht macht und alles so negativ sieht ist zeitweise etwas anstrengend. 
Und manchmal fand ich die Geschehnisse sehr vorhersehbar. Man hatte trotzdem Freude beim Lesen einfach, weil die Charaktere toll waren und Kim Nina Ocker einen tollen Schreibstil hat aber manchmal hätte ich mir vielleicht eine etwas weniger vorhersehbare Wendung gewünscht.

Ich hatte schöne Lesestunden mit Carter und Jamie. Es gab Herzklopfen, eine ordentliche Portion Drama, Humor und vor allem keine konstruierten Protagonisten. Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil der Reihe. 

„Everything I didn´t say“ bekommt von mir 4 von 5 Lesekatzen.