Rezension zu „Drei Schritte zu dir“


Daten:

Drei Schritte zu dir von Rachael Lippincott, Mikki Daughtry, Tobias Iaconis – dtv Verlag – 304 Seiten – ISBN 978-3423762526 – 16,95€ – veröffentlicht am 24. Mai 2019

Klappentext:

»Ich habe die Bedeutung von menschlicher Berührung nie verstanden…bis ich sie nicht haben konnte.«

Stellas einzige Überlebenschance ist eine neue Lunge. Bis es soweit ist, muss sie sich von allem und jedem fernhalten, um ihr ohnehin schwaches Immunsystem nicht zu gefährden. Ohne Ausnahme.

Will ist ganz anders – er lässt sich nicht unterkriegen und ist bereit, auf volles Risiko zu gehen. Sobald er 18 ist, wird er dem Krankenhaus den Rücken kehren, um endlich mehr von der Welt zu sehen.

Vor allem aber ist Will jemand, von dem Stella sich fernhalten muss. Wenn er sie auch nur anpustet, könnte sie infiziert werden. Beide könnten sterben. Aber je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto mehr fühlt sich der vorgeschriebene Sicherheitsabstand zwischen ihnen wie eine Strafe an. Wäre ein bisschen mehr Nähe wirklich so tödlich – vor allem, wenn sie verhindert, dass ihre Herzen brechen?

Meine Meinung:

Der Trailer zum Film ist ja schon lange in aller Munde. Als ich dann das Buch und sein Cover gesehen habe, wollte ich es unbedingt lesen.
Und gerade wenn man das Buch gelesen hat dann versteht man das Motiv vom Cover noch einmal genauer. 

Stella ist 17 Jahre alt und leidet an Mukoviszidose. Seit über sechs Jahren ist das Krankenhaus ihr zweites Zuhause. Durch die Erkrankung wird sie in ihrem Leben oft eingeschränkt. So muss sie auch auf ihre Abschlussfahrt verzichten und dafür eine Behandlung im Krankenhaus hinter sich bringen.
Sie ist ein absolut organisierter Mensch. Ihren Behandlungsplan hat sie bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, sie arbeitet an einer App für chronisch kranke Menschen und sie hat einen Youtube Kanal in dem sie die Menschen an ihrem Leben mit Mukoviszidose teilhaben lässt. 
Stella will alles tun um eine neue Lunge zu bekommen damit sie noch ein paar zusätzliche Jahre für ihre Eltern geschenkt bekommt. 

Will ist das komplette Gegenteil von Stella. Er verweigert seine Medikamente und auch seine sonstigen Behandlungen. 
Seine Mutter schickt ihn von einer neuen Behandlung zur nächsten und Will ist dieses ganze Hin und Her zu viel. Er wartet nur darauf das er 18 wird und endlich aus dem Krankenhaus verschwinden kann.
Zusätzlich zur Mukoviszidose hat er noch Burkholderia capacia. Dadurch wird er für alle Patienten, die auch an Muko leiden zusätzlich gefährlich. Denn hat man sich diese Bakterien eingefangen dann kommt man für eine neue Lunge nicht mehr in Frage. 

Obwohl die beiden so gegensätzlich sind, merken beide sehr schnell das sie auch Einiges gemeinsam haben. Und so verbringen Stella und Will immer mehr Zeit miteinander. Doch die beiden müssen vorsichtig sein. Denn sie dürfen sich nicht berühren und müssen immer 4 Schritte Abstand voneinander halten. 

Diese Geschichte ist keine Geschichte mit großem Drama. Es gibt keinen richtigen Höhepunkt denn die Erkrankung der Protagonisten ist nun einmal nicht heilbar. 
Doch als Mensch der bis jetzt keine Erfahrungen mit dieser Erkrankung hat war es spannend einmal in den Alltag der Patienten einzutauchen. Das war für mich auch realistisch dargestellt. 

Die Emotionen von Stella und Will waren für mich greifbar und ich habe mit den beiden mitgelitten. Wir kennen alle die Emotionen wie es ist verliebt zu sein und sich dabei nicht nahekommen zu können, sich nie berühren zu können ist wirklich eine ganz schreckliche Vorstellung. Gleichzeitig merkt man auch wie so eine schwere Erkrankung sich auf die Familien auswirkt. Denn auch diese sind davon betroffen und stecken es meist nicht so leicht weg. 

Vor allem Stella nimmt sich das sehr zu Herzen und versucht vor allem für ihre Eltern noch ein paar zusätzliche Jahre herausschlagen zu können.
Natürlich merkt man an vielen Stellen auch das die Protagonisten noch Jugendliche sind. Manchmal sind ihre Handlungen sehr impulsiv und man merkt das sie sich eher von Gefühlen als vom Verstand leiten lassen. Das finde ich aber vollkommen in Ordnung und macht das Geschehen am Ende realistisch. 

Sehr schön waren auch die Nebencharaktere ausgearbeitet. Vor allem Poe hat sich in mein Herz geschlichen. Als Stellas bester Freund und ebenfalls an Muko erkrankt, ist er ein wichtiger Teil in der Handlung. 
Der Schreibstil war leicht und flüssig. Man war nach den ersten Seiten schon in der Handlung drin.

Auch wenn diese Geschichte ein ernstes Thema behandelt und es viele traurige Momente gibt, so wurde doch auch immer etwas Raum für lustige Gespräche und fröhliche Momente geschaffen. Das lockert die eher traurige Handlung in jedem Fall auf.
Obwohl dieses Buch wirklich traurige Momente behandelt, konnte es mich emotional wenig packen. Das ist auch der Kritikpunkt, den ich habe. Mir tun Will, Stella und Poe wirklich leid aber so ganz fühlte ich mich mit ihnen nicht verbunden. Ich blieb beim Lesen immer nur ein Beobachter. Da hätte man vielleicht noch ein wenig mehr herausholen können. 

Trotzdem war es eine spannende Geschichte und ich finde die Thematik wirklich interessant. Auch wenn es mich emotional nicht ganz abgeholt hat, hatte ich spannende Lesestunden. Deshalb bekommt „Drei Schritte zu dir“ 4 von 5 Lesekatzen von mir.