Rezension zu „Crew“


Daten: 

Crew (Wolf Crew 1) von Tijan – Forever by Ullstein – 400 Seiten – ISBN: 978-3958184244 – 4,99€ (eBook) – veröffentlicht am 03. Juni 2019

Klappentext:

Meine Geschichte wird dir das Herz rausreißen und dich zu Tränen rühren. Sie ist nicht sanft und unschuldig, sondern brutal und voller Schmerz. 

Um in der Stadt zu überleben, in der ich wohne, gibt es zwei Optionen.  

Du kannst zu den Normalos gehören – Cheerleader, Sportler, Mitglied des Debattierteams oder im Jahrbuchkomitee sein.   

Oder du bist Crew

Beleidigst du uns, tun wir dir weh. 
Verletzt du uns, zeigen wir dir, was wirkliche Schmerzen sind. 
Legst du dich mit uns an, löschen wir dich aus.   

Mein Name ist Bren. Ich bin die einzige Frau in der Wolf Crew – der besten, wildesten und gefährlichsten Crew, die es gibt. Und wir haben eine Regel: Man darf sich innerhalb der Crew nicht verlieben.   

Tja … zu spät.

Meine Meinung:

Für mich war es das zweite Buch von Tijan. Allerdings war ihr erstes Buch welches in Deutschland erschienen ist eher eine romantische Collegestory. Deshalb war ich auch wirklich überrascht von dieser düsteren und teilweise brutalen Story. 

Die Protagonistin ist Bren. Als Leser erleben wir alle Geschehnisse aus ihrer Sicht. Sie ist das eines der einzigen beiden Mädchen die in Crews sind. 
Für Bren bedeutet ihr Wolf Crew wirklich alles. Zusammen mit Jordan, Zellmann und ihrem besten Freund Cross hat sie eine eher kleine Crew. Trotzdem sind die vier gefürchtet. Denn jeder weiß das alle vier ohne Kompromisse füreinander einstehen.
Anfangs hat man das Gefühl, Bren möchte unbedingt eher als männliches Mitglied gesehen werden. Sie hat wenig weibliche Züge an sich und ist in ihrem Handeln wirklich teilweise eiskalt. Aber schnell merkt man das eine ganze Reihe von Emotionen in Bren wüten. Doch sie weiß diese Emotionen sehr gut zu verschließen und nicht zu zeigen. Denn auf keinen Fall will Bren schwach wirken. Nur Cross kennt sie wirklich und bei ihm kann sie auch einfach sie selber sein ohne sich zu verstellen.
Die einzige Person die Bren aus ihrer Familie noch hat ist ihr Bruder Channing. Doch zu ihm hat sie ein eher schlechtes Verhältnis. Ihre Mutter ist schon vor Jahren gestorben und ihr Vater sitzt im Gefängnis. So ist die Crew die einzige richtige Familie die Bren kennt.

Ich muss sagen diese ganze Welt rund um die Crews finde ich unglaublich spannend. Tijan hat die Idee aber auch wirklich gut ausgearbeitet. Man findet sich beim lesen sofort zurecht und taucht in diese düstere Welt ein. Oft gibt es durchaus brutale Auseinandersetzungen. Diese spitzen sich auch meist zu denn natürlich stehen die Crew Mitglieder füreinander ein. „Verletzt du einen von uns dann verletzt du uns alle.“
 Es zeigt wie loyal die Mitglieder zueinanderstehen. Und auch wenn Gewalt sicherlich nicht immer der richtige Weg ist, kann glaube ich jeder nachvollziehen wie gut es sich anfühlt wenn man weiß das es da Menschen gibt die immer absolut bedingungslos zu einem stehen. 

Natürlich gibt es auch einige Intrigen. Manche durchaus vorhersehbar aber vieles kam für mich auch absolut überraschend. Viele Fäden wurden so geschickt miteinander verbunden das man als Leser wirklich überrascht wurde. 
Toll fand ich auch, dass der Fokus nicht nur auf der Liebesgeschichte von Bren und Cross lag. Es geht hier genau so sehr um die restlichen Mitglieder der Crew und man merkt wirklich sehr wie wichtig die Nebencharaktere für die Geschichte sind. 

Tijan hat für mich einen ganz wundervollen Schreibstil. Er ist locker und leicht und trotzdem stecken so viele Emotionen darin. Wie sie es geschafft hat diese ganzen Gefühle von Bren zu beschreiben. Diese bildhafte Sprache hat es mir unglaublich leicht gemacht mich in Bren hineinzuversetzen. Und ich konnte sie in so vielen Momenten gut verstehen. Egal ob sie mit ihrem „Glühwürmchen“ ihr altes Haus beobachtet oder ob sie in der Schule ihr Messer zückt. Ohne direkt mit der Nase darauf gestoßen zu werden bekommt man trotzdem diese durchaus komplizierte Gefühlswelt von Bren zu spüren. 

Mich konnte diese Geschichte begeistern. Einigen wird es vielleicht zu gewaltbereit sein. Und viele werden sicherlich denken man verherrliche gewisse Handlungen. Ich denke es zeigt einfach wie Jugendliche sich auffangen wenn es die Erwachsenen nicht schaffen. Sie schaffen sich selber einen Raum in dem sie sich sicher fühlen. 

Für mich war dieses Buch ein absolutes Highlight. Ich konnte mich total in die Protagonisten hineinversetzen und habe mit ihnen mitgefiebert.
Es gibt keinen bösen Cliffhanger. Darüber bin ich sehr glücklich. Trotzdem gibt es noch viele wichtige Fragen die ganz sicher in den nächsten beiden Büchern aufgegriffen werden. Darauf freue ich mich schon sehr.

„Crew“ war für mich eine gelungene Mischung aus Emotionen, Spannung und auch ein wenig Humor. Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen und wollte unbedingt wissen wie es mit Bren, Cross, Jordan und Zellman weitergeht. 
Deshalb bekommt diese Geschichte von mir auch 5 von 5 Lesekatzen.