Rezension zu „Breakaway“


Daten: 
Breakaway von Annabelle Stehl – Lyx Verlag – 464 Seiten – ISBN: 978-3736314511 – 12,90€ – veröffentlicht am 27. November 2020

Klappentext:

Nur bei dir fühle ich mich frei …

Für Lia bricht eine Welt zusammen, als ihr eine einzige Nacht zum Verhängnis wird. Nicht nur folgen ihr seitdem die Blicke und das Getuschel ihrer Kommilitonen überall auf dem Campus – selbst ihre Freundinnen wenden sich von ihr ab. Als sie es nicht länger erträgt, packt Lia kurzerhand ihre wichtigsten Sachen und setzt sich in einen Bus nach Berlin. Sie hofft, in dem anonymen Trubel der Hauptstadt einen klaren Kopf zu bekommen und wieder zu sich selbst zu finden. Doch dann trifft sie auf Noah, der ihre Welt von einem Moment auf den anderen ein weiteres Mal auf den Kopf stellt …

Meine Meinung:

Schon seit ich das Cover und den Klappentext zu diesem Buch gesehen habe, wollte ich es unbedingt lesen. Das Cover ist wirklich toll und der Klappentext hat mich auch angesprochen. 
Ich lese eher selten Bücher die in Deutschland spielen aber wenn es gut umgesetzt ist dann packt es mich auf jeden Fall.

Lia verlässt in einer Nacht und Nebel Aktion ihr zuhause und lässt damit auch ihr Studium hinter sich. 
Man erfährt nicht sehr viel von Lia außer das sie eigentlich sehr gerne filmt und immer mit ihrer Kamera unterwegs ist. 
Irgendwas ist ihr passiert und das hat zu ihrer Flucht geführt. Man merkt Lia an das sie das Geschehene verunsichert und das es ihr unangenehm ist. 
Für mich war es sehr schwer eine Verbindung zu Lia aufzubauen. Natürlich erzählt man nicht direkt jedem Fremden was einem passiert ist aber Lia ist extrem verschlossen und teilt auch nichts mit dem Leser. Deshalb war sie für mich leider nicht greifbar. 

Noah ist ein absoluter Familienmensch. Seine Geschwister und auch das Familienunternehmen liegen ihm wirklich sehr am Herzen. Deshalb möchte er auch später in der Firma arbeiten, dafür war er in Südafrika und hat ein Praktikum absolviert. Allerdings hat ein Zwischenfall mit seinem Bruder dazu geführt das Noah schneller wieder in Berlin ist als alle dachten. 
Noah ist sehr hilfsbereit und offen. Er ein einfach freundlich und er macht es einem auf jeden Fall wesentlich leichter einen Zugang zu ihm zu finden. Allerdings fand ich ihn an vielen Stellen auch langweilig. 

Die Liebesgeschichte zwischen Noah und Lia war für mich leider nicht sehr überzeugend. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander aber ich habe kein Prickeln gespürt. Ich habe einfach nicht gemerkt, dass die beiden sich anziehend finden. Und dadurch das Lia so verschlossen ist, habe ich mich oft gefragt warum Noah überhaupt so viel Zeit mit ihr verbringen will, er lernt sie ja kaum kennen. 

Das Setting rund um Berlin hat mir gefallen. Ich mag diese Stadt wirklich gern und habe zusammen mit Noah und Lia eine kleine Reise durch Berlin unternommen.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Allerdings gibt es für mich viele Wiederholungen. 
Da hätte man durchaus noch ein wenig mehr ausarbeiten können. 
Gerade die Problematik von Lia ist ja ein sehr aktuelles Thema. Ich finde es sehr gut, dass Annabelle sich diesem Thema angenommen hat. Allerdings verstehe ich nicht warum es dann nur so kurz behandelt wird. Die ganze Zeit schweigt Lia. Natürlich merkt man durch Lias Verhalten was es in ihr auslöst aber man erfährt trotzdem wenig. Und als es dann endlich aufgeklärt wird erfahren wir Leser kaum etwas und müssen uns das meiste selber zusammenreimen. 
Warum beginnt man so eine Szene dann mit „…und dann begann sie zu erzählen“ ? Das kann man machen, wenn der Leser schon alle Infos hat aber in dem Fall fehlte einfach viel. 
Es wurde wirklich sehr detailreich beschrieben. Wenn man bedenkt wie wenige Tage das Buch behandelt dann sind es wirklich viele Seiten. Aber die wirklich wichtigen Stellen sind dann extrem kurzgehalten. 
Das fand ich sehr schade, weil es dadurch einfach auch der Liebesgeschichte zwischen Lia und Noah geschadet hat. 

Es war kein wirklich schlechtes Buch. Und man darf natürlich nicht vergessen das es ein Debüt ist. Aber gepackt hat es mich auch nicht. Es ist einfach kein Buch, das man unbedingt weiterlesen will. 
Trotzdem bin ich gespannt wie die nächsten zwei Teile der Reihe sind. Vielleicht merkt man dann noch einmal eine Steigerung. 
Ich habe lange überlegt wie viele Lesekatzen ich „Breakaway“ gebe und habe mich am Ende für 3 Lesekatzen entschieden.