Rezension zu „Irgendwas von dir“

Daten:

Irgendwas von dir von Gayle Forman – FJB Verlag – 352 Seiten – ISBN 9783841422385 – 14,99€ – veröffentlicht am 25. April 2018

Klappentext:

Es ist wahre Freundschaft – aber es gibt ein großes Geheimnis 

Ich bedaure, Euch mitzuteilen, dass ich meinem Leben ein Ende setzen musste. Dieser Entschluss hat mich schon eine lange Zeit begleitet, und ich habe ihn allein getroffen. Es ist nicht Eure Schuld.
Meg 

Cody und Meg waren unzertrennlich – beste Freundinnen für immer. Sie wussten alles voneinander. Jedenfalls dachte Cody das. Bis sie die E-Mail bekommt und mit einem Mal nichts mehr so ist wie vorher. Wer war Meg wirklich? Cody begibt sich auf die Suche nach Antworten und findet, was sie nicht erwartet – Freundschaft und Liebe.

Als ihre beste Freundin Meg sich in einem Motelzimmer umbringt, ist Cody völlig geschockt. Sie und Meg haben sich immer alles anvertraut – wieso hat sie nichts geahnt? Aber als sie zu Megs College in Tacoma, nahe Seattle, fährt, um deren Sachen zusammenzupacken, entdeckt sie, dass es vieles gibt, von dem Meg ihr nie erzählt hat. Cody wusste nichts von ihren Mitbewohnern, von Ben, dem geheimnisvollen Typen mit der Gitarre und dem spöttischen Grinsen. Und sie wusste nichts von der verschlüsselten Datei, die sie nicht öffnen kann – und die, als sie es doch schafft, plötzlich alles, was sie über den Tod ihrer Freundin zu wissen glaubt, in Frage stellt.

Meine Meinung:

Mich hat der Klappentext zu diesem Buch sehr neugierig gemacht. Er verspricht viel Spannung aber auch einige Punkte zum Nachdenken.
Für mich war es gleichzeitig das erste Buch von Gayle Forman.

Cody ist für den Leser keine leichte Protagonistin. Sie hat sich emotional komplett zurückgezogen und lässt niemanden an sich heran. Der Tod ihrer besten Freundin Meg hat sie sehr mitgenommen und sie distanziert sich sogar von Megs Eltern, die für sie eigentlich immer ein Zuhause waren. Cody hat eine sehr forsche Art und ist oft auch zynisch. Das macht es gerade am Anfang schwer als Leser an sie heranzukommen. Aber im Nachhinein muss ich sagen, dass es passte. Cody weiß einfach nicht wie sie mit der Trauer und auch den Schuldgefühlen umgehen soll. Denn sie ist der festen Überzeugung das sie es hätte merken müssen, dass ihre beste Freundin sich umbringen wollte.

Doch im Verlauf der Geschichte kommt man als Leser immer besser an Cody heran. Das klappt vor allem durch die vielen Nebencharaktere. Auch die sind sehr spannend beschrieben. Oft denk man am Anfang noch sie sind eher blass und unwichtig doch im Verlauf entpuppen sie sich als ebenso vielschichtig wie Cody und zeigen spannende Charakterzüge.

Für Cody ist der Weg der Trauerbewältigung nicht einfach. Vor allem, weil sie mit der Art der anderen Menschen nicht zurechtkommt. Es ist nicht ihre Art auf unzählige Trauerveranstaltungen zu gehen. Für sie ist es wie im Schwebemodus und als sie dann durch Zufall auf einige spannende Informationen zu Meg stößt ist es wie ein Zwang für Cody herauszufinden was Meg in ihren letzten Monaten erlebt hat.
Das hat für mich als Leser erst etwas seltsam gewirkt. Allerdings sieht man dort wie unterschiedlich es ist mit Trauer umzugehen. Dazu kommen die ganzen anderen Gefühle, die man in sich hat. Man versteht es nicht, man zweifelt an sich selber und man ist auch wütend. Denn Meg war Codys beste Freundin. Sie waren wie Schwestern und nun bleibt Cody allein zurück und ihr wichtigster Gegenpart fehlt. Damit muss man erst einmal umgehen. Und gleichzeitig muss man sich selber und seinen Weg finden.

Mir hat Codys Entwicklung sehr gefallen. Ich mochte sie auch als Charakter denn sie war kein Püppchen und es passt einfach zur Geschichte.
Nur manchmal hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Es ist ja wirklich ein ernstes Thema und manchmal hatte ich das Gefühl, dass es zu oberflächlich bleibt.
Trotzdem ist „Irgendwas von dir“ ein sehr spannendes und auch emotionales Buch welches viele Facetten von Trauer aber auch Selbstfindung zeigt. Es regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und die starken Charaktere bleiben einem noch lange im Gedächtnis.
Deshalb bekommt „Irgendwas von dir“ 4 von 5 Lesekatzen.