Rezension zu „Und wer rettet mich?“

Daten:

Und wer rettet mich von Stefanie Neeb – Fischer Jugendbuch – 272 Seiten – ISBN 9783733503369 – 9,00€ – veröffentlicht am 25. April 2018

Klappentext:

Eine Party. Eine brennende Scheune. Und ein fürchterlicher Schrei. 
Als Kim aufwacht, hofft sie, dass es nur ein böser Traum war. Aber es ist Wirklichkeit: Nach einem Brand in der Abi-Party-Location liegt ihr Freund Jasper im Krankenhaus und behauptet, sich an nichts erinnern zu können. Und in Kims Wohnzimmer sitzt die Polizei und stellt Fragen – denn es gibt Hinweise darauf, dass Jasper das Feuer selbst gelegt hat. Kim glaubt nicht eine Sekunde daran. Aber wie soll sie Jasper helfen? Sie war ja an dem Abend nicht bei ihm. Sie war mit Ben zusammen, in den sie mal unsterblich verliebt war. Früher. Oder immer noch?

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich vor allem wegen des Klappentextes angesprochen. Es hat viel Spannung versprochen und ich kann so viel schon sagen. Die Spannung bekommt der Leser auf jeden Fall.

Die Geschichte wird komplett aus der Sicht von Kim erzählt. Und da sie sich nicht an die Nacht erinnert in der es den Brand gegeben hat, wissen wir als Leser nicht wirklich viel Und so begeben wir uns zusammen mit Kim auf eine Reise nach Antworten.
Kim hat es mir am Anfang aber gar nicht so leicht gemacht. Sie ist wirklich sehr zickig und launisch und vergreift sich sehr häufig im Ton. Sie ist sehr direkt mit ihren Äußerungen und hat in der Vergangenheit einige eher schwierige Erfahrungen gemacht. Ihre Eltern lässt sie gar nicht mehr an sich heran.
Allerdings muss ich sagen, dass Kim mir im Verlauf der Geschichte doch sympathischer wurde. Ich konnte ihr Handeln oft verstehen und habe einen guten Zugang zu ihr gefunden.
Sie steckt mitten in der Phase wo sie für sich selber herausfinden muss was sie will und wo ihr Weg hingehen soll. Gleichzeitig hat sie Angst sich von, für sie, wichtigen Personen zu distanzieren oder zu trennen.
Als Leser erlebt man hier nicht nur sehr viel Spannung beim Herausfinden was in der Brandnacht passiert ist, man erlebt auch noch wie Kim sich im Verlauf der Geschichte entwickelt und versucht selber zu finden.

Ich finde die Idee dieses Buches wirklich sehr spannend und glaube das gerade Jugendliche hier sehr angesprochen fühlen in den Emotionen.
Die Sprache ist sehr locker und typisch im Jugendsprachenstil. Das muss man natürlich mögen. Aber ich fand es in diesem Buch einfach passend. Anders würde man nicht in die Handlung finden. Es musste einfach authentisch sein.

Viele Dinge werden hier nur oberflächlich behandelt. Das finde ich auf der einen Seite wirklich gut. Denn es regt zum eigenen Nachdenken an. Aber ich kann mir im Gegenzug auch vorstellen, dass gerade Jugendliche vielleicht nicht immer so wahnsinnig lange über solche Handlungen nachdenken. Aber vielleicht sind hier auch die Eltern gefragt die solche Bücher vielleicht auch einmal lesen sollten. Zum Einen um ihre Kinder und die Gefühle zu verstehen und zum Anderen um solche Bücher nachträglich zu besprechen und etwas in die Tiefe zu gehen.

Mir hat „Und wer rettet mich?“ sehr gut gefallen. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht und das die Charaktere etwas mehr ausgearbeitet sind. Aber insgesamt ist es ein tolles Jugendbuch, dass wirklich wichtige Themen anspricht. Deshalb bekommt „Und wer rettet mich?“ 4 von 5 Lesekatzen.