Rezension zu „Dein Lächeln an diesen verdammten Tagen“

Daten:

Dein Lächeln an diesen verdammten Tagen von Katie McGarry – Oetinger Verlag – 416 Seiten – ISBN 9783841505118 – 12,00€ – veröffentlicht am 1. April 2018

Klappentext:

Dramatische Liebe, schicksalhafte Wendung: Eine Nacht, ein mysteriöser Unfall, und die einst beliebte Echo Emerson ist plötzlich die Außenseiterin, über die der Schulhof tuschelt.
Ein Schicksal, das Noah schon lange kennt: Der typische Troublemaker wandert von einer Pflegefamilie zur nächsten, seit er seine Eltern verlor. Um seinen jüngeren Brüdern diese »Karriere« zu ersparen, muss er jedoch an seine Therapie-Akten kommen, genau wie Echo. Schon bald verbindet die beiden Außenseiter mehr als ihr Schicksal, viel mehr.
Eine knisternde Lovestory, die lange nachklingt, heftig und originell, und ein Protagonist zum Schwärmen!

Meine Meinung:

Ich war so wahnsinnig neugierig auf dieses Buch. Mir hat das Cover und der Titel wirklich gut gefallen und es ging mir nicht mehr aus dem Kopf.
Jetzt wo ich es gelesen habe geht es mir aber auch nicht mehr aus dem Kopf. Denn die Geschichte rund um Echo und Noah hat mich wirklich umgehauen.
In dem Klappentext wird die Lovestory ja sehr in den Vordergrund gestellt. Sie spielt auf jeden Fall auch eine sehr große Rolle in dieser Geschichte. Aber ich finde die Vergangenheit und die Erfahrungen die Noah und Echo erlebt haben sind mindestens genau so wichtig.

Echo war früher eines der beliebtesten Mädchen an der Schule. Sie hatte viele Freunde und stand immer im Mittelpunkt. Doch dann verliert sie erst ihren Bruder und kurz darauf hat sie einen schrecklichen „Unfall“.
Seid diesem Erlebnis ist für Echo alles anders. Ihre Freunde haben sich von ihr abgewendet und die Mitschüler bezeichnen sie als Freak. Sie hat sich sehr zurückgezogen und ist eher still geworden.
An den Unfall kann sie sich nicht erinnern und so ist sie von Schlaflosigkeit geplackt und hat häufiger Panikattacken. Ihr Vater schleppt sie von einem Therapeuten zum anderen doch nirgendwo kann sie sich wirklich öffnen und bekommt die Antworten die sie zum Heilen ihrer seelischen Narben braucht.

Noah ist der Bad Boy der Schule. Doch es ist kein Titel den er mit Stolz trägt. Er hat sich diesen Ruf aus reinem Selbstschutz aufgebaut und um sich und seine Gefühle zu schützen.
Er wurde aus einer völlig intakten Familie herausgerissen und steht nun ganz alleine da. Noah merkt schnell was es bedeutet in der Obhut des Staates zu stehen und das es wenig Menschen gibt die es interessiert was aus ihm wird.
Auch ihn plagen einige Erlebnisse die er einfach nicht verarbeiten kann. Entgegen der meisten Vermutungen ist er ein sehr verantwortungsbewusster junger Mann, der immer für seine Freunde da ist.

Beide Charaktere sind wahnsinnig gut dargestellt. Ich konnte mich in beide beim Lesen gut hineinversetzen und habe wirklich oft mit ihnen gelitten.
Auch die Nebencharaktere sind sehr detailreich dargestellt und ich glaube das sie auch teilweise noch eine spannende Geschichte zu erzählen haben.

Der Schreibstil ist unglaublich eindringlich und detailreich. Schon auf den ersten Seiten war ich gefangen. Diese Enge und das bedrückende Gefühl welches Echo so oft hat war für mich wirklich spürbar. Oft hätte ich für sie einfach gerne mal laut geschrien damit sie so wahrgenommen wird wie sie wirklich ist.
Oder bei Noah der von den Ämtern einfach nur abgearbeitet wird aber niemand sich dafür interessiert wie es ihm wirklich geht. Der Schreibstil ist einfach sehr intensiv. Kaum zu glauben das es sich hier um einen Debütroman handelt.

Teilweise sind die Geschehnisse auch wirklich erschreckend. Denn ich denke, dass gerade die Dinge an der Schule auch wirklich realistisch dargestellt sind. Diese Oberflächlichkeit sollte uns allen einmal zu denken geben. Wir haben da wohl alle noch Verbesserungsbedarf in unseren Handlungen.
Wie oben schon gesagt spielt die Lovestory auch eine große Rolle. Allerdings überlädt sie nicht die andere Handlung und lässt genug Spielraum für die Entwicklung der Charaktere. Es wird alles wirklich sehr realistisch dargestellt.

Ich kann diese tolle Geschichte wirklich nur empfehlen. Mich hat sie umgehauen und ich denke auch nach ein paar Tagen immer noch an Noah und Echo.
„Dein Lächeln an diesen verdammten Tagen“ landet auf meiner Top 5 Liste für 2018 und bekommt von mir 5 von 5 Lesekatzen.