Rezension zu „Close to you“

Daten:

Close to you von Isabell May – One Verlag/Bastei Lübbe – 432 Seiten – ISBN 978-3846600573 – 12,00€ – veröffentlicht am 23. Februar 2018

Klappentext:

Violet hat einen Plan: Sie will ihre Vergangenheit hinter sich lassen und neu beginnen. Ein Studium in Maine ist da genau richtig, und am College findet sie schnell Anschluss. Vor allem Aiden geht ihr bald nicht mehr aus dem Kopf. Denn auch wenn der Junge mit dem Bad-Boy-Image sich ihr gegenüber kalt und distanziert gibt, hat er etwas an sich, das Violet auf magische Weise anzieht. Aber soll sie sich wirklich auf ihn einlassen? Schließlich ist ihr Leben schon kompliziert genug. Doch ihr Herz sieht das scheinbar anders –

Meine Meinung:

Ich muss sagen durch das Cover hatte ich eine etwas andere Geschichte erwartet. Das meine ich absolut nicht negativ. Das Cover wirkt für mich so leicht und positiv, die Geschichte rund um Violet und Aiden ist allerdings sehr tiefgründig und ganz sicher keine leichte Kost.

Mich hatte schon der Klappentext sehr angesprochen und nach den ersten Seiten war ich auch schon komplett in die Welt von Violet eingetaucht.
Sie ist für mich eine starke Protagonistin. Auch wenn Violet das sicher gerade am Anfang ganz anders sieht.
Als Leser weiß man erst einmal nicht genau was ihr passiert ist. Wir erfahren aber das Violet unbedingt von zuhause weg wollte und das sie unter Panikattacken leidet. Sie hat große Probleme mit fremden Menschen. Trotzdem will sie sich der Herausforderung stellen und in Maine einen Neuanfang am College starten. Und für dieses Ziel kämpft sie hart und nimmt so einige Hürden in kauf.

Aus Aiden wird man am Anfang nicht so ganz schlau. Er wirkt zwar wie der typische Bad Boy aber insgesamt bleibt er erst einmal sehr blass. Das liegt unter anderem auch daran das wir die Geschichte aus Violets Perspektive erfahren.
Im Verlauf der Geschichte bekommt Aiden immer mehr Ecken und Kanten und er wurde mir wirklich sehr sympathisch. Man merkt, dass er eigentlich sehr nett ist. Es sind die Kleinigkeiten die er immer wieder macht und durch die man merkt, dass er eigentlich gar kein Bad Boy ist.
Doch Aiden kann das nicht annehmen. Er sieht sich selber als Monster und hält sich deshalb meistens auch von anderen Menschen fern.

Der Schreibstil von Isabell May konnte mich direkt begeistern. Sie schreibt sehr bildlich und hat eine tolle Art dem Leser die Protagonisten nahe zu bringen. Auch die Nebencharaktere beschreibt sie sehr spannend und so ist es mir wirklich leicht gefallen in die Geschichte von Violet und Aiden einzutauchen.
Der Leser wird nach und nach an die Geschichten von Aiden und Violet herangeführt. Beide haben wirklich schon so einiges erlebt und je mehr man erfährt um so eher kann man gewisse Handlungen nachvollziehen.
Auch die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden finde ich sehr realistisch dargestellt. Es kommt nicht knall auf fall und es gibt auch immer wieder Rückschritte. Beide haben ganz schön zu kämpfen.

Trotzdem gibt es für mich auch einen Kritikpunkt. Beide haben wirklich sehr viel erlebt und irgendwie fehlt mir da etwas am Ende. Natürlich kann so ein Buch nicht den kompletten Prozess bis ins kleinste Detail verfolgen aber nachdem die beiden so viel gekämpft haben da hätte ich gerade von Aiden noch ein wenig mehr erfahren wie er sich der Vergangenheit weiter stellen will. Da fehlte mir einfach irgendwie etwas.

Mir hat „Close to you“ trotz der kleinen Kritik aber wirklich gut gefallen. Es behandelt schwere Themen und ich denke das es auch schwer ist da jedem Leser am Ende das zu geben was er gerne möchte. Manchen reicht es wenn die Liebesgeschichte am Ende gut endet und andere wollen vielleicht gerne noch ein wenig mehr in die Tiefe gehen.
Für mich hat ein kleines bisschen gefehlt und trotzdem war ich wirklich begeistert von Aiden und Violet. Wie zu Anfang schon erwähnt hatte ich eher etwas leichter erwartet.
Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf weitere Bücher von Isabell May.

Von mir bekommt „Close to you“ 4 von 5 Lesekatzen.