Rezension zu „Tanz der Sonne entgegen“

Daten:

Tanz der Sonne entgegen von Mela Wagner – Montlake Romance – 384 Seiten – ISBN 978-1503951693 – 9,99€ – veröffentlicht am 05. Dezember 2017

Klappentext:

»Du bist nicht hier, um jemanden zu kopieren – schließ einfach die Augen und tanz mit mir!«

Mona ist komplett anders als ihre ehrgeizige Schwester Rebecca, eine dünne Ballerina. Sie ist klein, wildgelockt, ein bisschen verrückt – und etwas mollig.

Zudem hat sie ein Geheimnis: Mo bloggt, als Ausgleich zu ihrem langweiligen Jurastudium. Sie schreibt über alles, was sie bewegt. Leckeres Essen, die verrücktesten Eissorten und coole Events. Als sie von der angesagten Sundance Party in einem verlassenen Hochhaus erfährt, will sie darüber berichten.

Genau dort lernt sie IHN kennen. Liebe auf den ersten Blick? Neal ist groß, äußerst selbstbewusst und zieht Mona mit seinem dunklen Rockstar-Blick sofort in den Bann. Er, der aus tausend Frauen wählen kann, flirtet ausgerechnet frech mit Mo? Eigentlich tanzt sie sonst nicht, aber mit ihm wagt sie den Versuch und schwebt fast dem Sonnenaufgang entgegen! Ein tolles, himmelstürmendes Gefühl!

»Tanz mit mir der Sonne entgegen!« Nichts lieber als das, bis Mo sieht, dass sie nicht die Einzige ist, mit der Neal tanzt …

Meine Meinung:

Durch die „Restart“ Bücher bin ich auf Mela Wagner aufmerksam geworden. Als ich dann gesehen habe, dass es bald ein neues Buch von ihr gibt war ich wirklich neugierig. Denn schon das Cover und der Klappentext haben mich sehr angesprochen.

Mit Mona genannt Mo hat Mela eine ganz tolle Protagonistin erschaffen. Ich habe selten eine Protagonistin gehabt die mir so sympathisch war und in die ich mich so gut hineinfühlen konnte. Es gab so viele Momente wo ich dachte „Ja das kennst du selber ganz genau“.
Mo hat es wirklich nicht leicht. Sie ist etwas fülliger und hat als Gegenpart eine „perfekte“ Schwester die Balletttänzerin ist. Dadurch wird ihr immer wieder vor Augen geführt was Mo alles nicht erreichen kann. Auch ihre Mutter unterstützt sie nicht viel und sieht ihre „faule“ Tochter als Anwältin zukünftig in ihrer Kanzlei.Mo hat ihre eigenen Wege entwickelt mit dieser Situation zurechtzukommen. Sie ist alles andere als auf den Mund gefallen und lässt sich so schnell nichts gefallen.
Doch als sie dann bei einem Event welches sie für ihren Blog besucht, Neal kennenlernt merkt sie mit der Zeit das ihre Wege vielleicht doch nicht immer die richtigen sind.

Neal ist Tänzer und hat eine unglaubliche Ausstrahlung. Er zieht Frauen an und wirkt trotzdem sympathisch. Er animiert Mo dazu über ihre eigenen Grenzen zu gehen und kommt ihr dabei näher als er eigentlich will.
Aber auch Neal hat seine Grenzen und das merkt Mo mit der Zeit immer mehr.

Der Schreibstil von Mela ist wirklich toll. Sie schreibt mit so viel Gefühl und Liebe zum Detail. Die Charaktere sind toll ausgearbeitet und niemand ist nur schwarz und weiß.
So gibt es auch immer mal Konfrontationen mit Mo´s Mutter oder Schwester. Man lernt auch sie von anderen Seiten kennen und erfährt von ihren eigenen Ängsten.

Ich denke wir kennen alle diese Situationen das Menschen uns hemmen einfach etwas zu versuchen. Vielleicht machen sie es nicht mit Absicht aber oft hört man kritische Worte oder Skepsis und gerade wenn man selber unsicher ist dann lässt man sich schnell davon beeinflussen. Aber was passiert im schlimmsten Fall? Natürlich wird man nicht immer in allem perfekt sein. Aber darum geht es im Leben auch nicht. Aber man sollte seine Chancen nutzen. Man sollte seinen Weg gehen, auch mit vielen kleinen Nebenstraßen die einen vielleicht auch mal wieder etwas zurückwerfen. Und das Wichtigste, man sollte sich akzeptieren wie man ist und zu sich stehen.
Das war für mich eine ganz tolle Message in diesem Buch und sie hat mich sehr zum Nachdenken angeregt.

Und für mich ist es auch der Punkt warum sich „Tanz der Sonne entgegen“ so von anderen Büchern abhebt. Vielleich ist die Story nicht neu aber Mela hat dieses Thema mit so viel Feingefühl beschrieben das die Gefühle der Protagonisten für mich immer greifbar waren. Dadurch wollte ich das Buch nicht aus der Hand legen.

Einen minimalen Kritikpunkt habe ich allerdings auch noch. Gerade zum Ende hin hätte ich mir noch ein paar Zeilen mehr gewünscht. Das Ende löst sich relativ schnell auf und gerade Neals Entwicklung hätte ich gerne noch ein Kapitel länger begleitet.
Das ist allerdings nichts wodurch das Lesevergnügen getrübt wird. Das ist ja auch immer eine persönliche Meinung und gerade wenn mir ein Buch so gut gefällt wie „Tanz der Sonne entgegen“ möchte ich die Charaktere eigentlich gar nicht gehen lassen.

Das Ende des Buches hat einen kleinen Cliffhanger. Und ich freue mich schon zu erfahren wie es weitergehen wird.
Von mir bekommt „Tanz der Sonne entgegen“ 5 von 5 Lesekatzen und ist auf jeden Fall ein Highlight für mich gewesen dieses Jahr.