Rezension zu „HeroIn“

Daten:

HeroIn von Christine Eder – Create Space Independent – 472 Seiten – ISBN 978-1975682156 – 13,99€ – veröffentlicht am 24. August 2017

Klappentext:

Als Sohn eines Top-Managers sind Valentin Wohlstand und eine sorgenfreie Karriere-Zukunft in die Wiege gelegt worden. Mit Partys, Alkohol- und Drogenexzessen und illegalen Straßenrennen verbringt er seine Nächte;
Langeweile und Einsamkeit treiben ihn an. Valentin lässt sich zwar auf zahlreiche One-Night-Stands, aber nie auf Gefühle ein. Bis er auf Elena trifft. Elena weiß genau, was sie will: ihr Studium beenden, einen Mann finden, heiraten und dann den kleinen Vince aus dem Kinderheim adoptieren. Doch sie trifft auf Valentin – genau den Falschen für ihre Pläne. Elena berührt mit ihrer Ruhe etwas in Valentin; bei ihr kommt er runter. Doch das schätzt und hasst er zugleich. Er verliebt sich in sie, doch liebt er auch sein exzessives Leben. Elena und die Liebe zu ihr werden für ihn zu einer der härtesten Drogen.

Meine Meinung:

Für mich war dieses Buch komplett anders als ich erwartet hatte. Allerdings im positiven Sinn. Auch wenn Christine Eder schon erwähnt das es keine „stürmische Lovestory“ ist, war ich wirklich überrascht.

Die Geschichte lässt sich Zeit beim Erzählen. Man lernt die Protagonisten Valentin und Elena gut kennen. Trotzdem erlebt man mit beiden auch Überraschungen im Verlauf der Handlung und beide bekommen mehr Tiefe.

Elena wurde adoptiert und kommt ursprünglich aus Russland. Sie ist sehr zielstrebig und kritisiert die Gesellschaft sehr stark. Der permanente Konsum und das vereinsamen unter „Freunden“ spielt eine große Rolle. Sie hat ein großes Problem mit Kapitalismus.
Natürlich kommt ihre Kritik nicht von ungefähr. Sie hat eine harte Vergangenheit hinter sich bevor sie nach Deutschland kam und sieht die Entwicklung hier mit Sorge. Manchmal wirkt sie wirklich sehr reif für 19 Jahre. Aber ich denke wenn man viel erlebt hat dann bleibt es nicht aus.

Im Kontrast dazu steht Valentin. Er ist zwar ohne viel Liebe aufgewachsen aber war finanziell immer abgesichert. Nun arbeitet er in der Firma seines Vaters und macht dort Karriere. Man muss aber dazu sagen, dass er nichts geschenkt bekommt. Er arbeitet hart und möchte etwas aus eigener Kraft erreichen.
Trotzdem beschäftigt er sich nicht gerne mit sich selber. Abgesehen vonder Arbeit besteht das Leben bei ihm aus Party, Drogen und Frauen. Er verkörpert genau das was Elena eigentlich kritisiert. Und Anfangs bestätigen sich für Elena auch alle Krtikpunkte. Doch je mehr sie Valentin kennenlernt, um so mehr muss sie feststellen das vielleicht doch mehr hinter dem kühlen Geschäftsmann steckt. Der Charakter von Valentin ist wirklich sehr vielschichtig und man leidet im Verlauf der Geschichte immer mehr mit ihm mit.

Mir haben beide Charaktere gut gefallen. Manchmal wirkt Elena sehr engstirnig und festgefahren in ihren Überzeugungen. Aber ich denke es ist ein Charakterzug der mit ihrer Geschichte zusammenhängt und sich vielleicht im zweiten Band noch entwickeln wird. Insgesamt wirkt Valentin etwas offener als Elena.
Auch die Nebencharaktere haben mir gut gefallen. Auch wenn die Geschichte eine sehr ernste Botschaft vermittelt, hat man immer wieder Momente in denen man schmunzeln kann.

Ich kann für dieses Buch wirklich nur eine klare Leseempfehlung aussprechen.
Es behandelt ein wirklich aktuelles Thema und regt definitiv dazu an auch mal bei unserem eigenen Handeln das Ein oder Andere zu hinterfragen.

Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil dieser Dilogie. Von mir bekommt „HeroIn“ 5 von 5 Lesekatzen.