Rezension zu „Fallen Queen: Ein Apfel, rot wie Blut“

Daten:

Fallen Queen: Ein Apfel, rot wie Blut von Ana Woods – Drachenmond Verlag – 300 Seiten – ISBN 3959911041 – veröffentlicht am 08. Juli 2017

Klappentext:

„Wenn aus Schwestern Feindinnen werden und Äpfel Königinnen zu Fall bringen.

Erst wenn Königin Nerina sich einen Gemahl erwählt hat, darf die Prinzessin des Landes heiraten. Was aber, wenn sie sich in den Mann verliebt, den auch das Herz ihrer Schwester begehrt?
Um den Thron betrogen und zum Tode verurteilt flieht Nerina in den Verwunschenen Wald, einen Ort, den viele Menschen betraten, doch niemals mehr verließen.“

Meine Meinung:

Ich durfte die Schneewittchen Märchenadaption „Fallen Queen: Ein Apfel, rot wie Blut“ schon vorab testlesen. Und was soll ich sagen? Ich war von Anfang an begeistert. Ana hat einen tollen Schreibstil, der sich locker lesen lässt und trotzdem abhebt. Sie schreibt sehr bildlich, ohne zu weit auszuholen. Das hat mir gut gefallen.

Es gibt auch keine lange Vorgeschichte. Man ist direkt mitten im Geschehen. Anfangs hat man vielleicht das Gefühl das es etwas schnell geht und man die Protagonisten nicht richtig kennenlernen kann. Das ändert sich aber im Laufe der Geschichte. Man bekommt einen guten Einblick in die Charaktere und erlebt ihre Entwicklungen mit. Manchmal positive und manchmal auch negative Entwicklungen.

Nerina als große Schwester und Königin wirkt am Anfang etwas naiv und lieb. Sie ist behütet aufgewachsen und wird schneller Königin als es sein sollte. Von heute auf morgen muss sie das Land führen und gleichzeitig muss sie sich um ihre jüngere Schwester Eira kümmern.
Ich mochte Nerina sehr gerne. Sie macht eine deutliche und glaubhafte Entwicklung durch im Laufe der Geschichte. So manch eine Szene bringt einen zum Schmunzeln wenn man merkt das Nerina eben als zukünftige Königin erzogen wurde und von einfachen Handgriffen wie kochen einfach keine Ahnung hat.

Eira ist ein Charakter den man noch nicht so ganz durchschauen kann. In dieser Märchenadaption ist sie ja der böse Charakter. Doch was dahinter steckt und warum Eira auf einmal so böse und hinterhältig ist, erfährt man in diesem Buch noch nicht.
Die Kapitel die aus Eiras Sicht geschrieben sind haben mir unglaublich gut gefallen. Sie ist so ein spannender Charakter und man bekommt beim Lesen eine Gänsehaut.

Als Märchenadaption gibt es natürlich viele Anspielungen auf das ursprüngliche Märchen. So gibt es hier auch eine Anspielung auf die 7 Zwerge, die durchaus auch sehr spannende Momente haben.

Auch der Jäger Tero, den Nerina auf ihrer Flucht kennenlernt ist ein interessanter Charakter. Ehrlich gesagt finde ich es etwas schwierig einzuschätzen wie er wirklich ist und was seine Absichten sind.
Das ist überhauet etwas was Ana hier gut geglückt ist. Am Ende der Geschichte wusste ich nicht mehr wem ich trauen kann und wem nicht. Auf den ersten Blick erscheinen die meisten Charaktere so nett, doch irgendwo hat man das Gefühl jeder hat etwas zu verbergen. Man möchte eigentlich nur schnell weiterlegen um herauszufinden welche Geheimnisse dahinter stecken.

Für mich also eine durch und durch gelungene Märchenadaption. Man hat hier wirklich alles dabei. Spannung, Gefühle, Liebe aber auch eine düstere Grundstimmung, die einen immer etwas angespannt die Geschehnisse miterleben lässt.
Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil der Fallen Queen Trilogie.
Von mir bekommt „Fallen Queen: Ein Apfel, rot wie Blut“ 5 von 5 Lesekatzen.