Rezension zu „Maresi-Das Lied der Insel“

Daten:

Maresi-Das Lied der Insel von Maria Turtschaninoff – Heyne Verlag – 240 Seiten – ISBN 3453316991 – 12,99€ – veröffentlicht am 09. Mai 2016

Inhalt:

Maresi lebt in dem Roten Kloster auf der abgelegenen Insel Menos. In diesem Kloster finden Mädchen und Frauen ein sicheres Zuhause, in einer Welt die sonst von Männern dominiert wird.
Maresi lebt nun schon 4 Jahre in dem Kloster. Sie hat sich gut mit dem Leben im Kloster welches sich streng nach dem Rhythmus der Jahreszeiten hält arrangiert.

Eines Tages kommt ein neues Mädchen auf die Insel, Jai. Anfangs ist Jai sehr zurückhaltend und folgt Maresi überall hin. Sie spricht nicht viel und erzählt nicht viel von ihrem alten Zuhause. Doch mit der Zeit entwickelt Jai immer mehr Vertrauen zu Maresi und den anderen im Kloster. So erfahren sie nach und nach von Jai´s schlimmen Erfahrungen.
Und als eines Tages ein fremdes Schiff in der Nähe des Klosters auftaucht, verändert sich alles. Maresi muss sich ihrer größten Herausforderung und ihren größten Ängsten stellen.

Meine Meinung:

Ein Buch einer finnischen Autorin, das schreit für mich einfach danach gelesen zu werden. Ich liebe Finnland ja wirklich und da mir der Klappentext auch wirklich sehr gut gefallen hat und das Cover auch wirklich toll ist, musste ich das Buch einfach lesen.

Man merkt während des Lesens die ganze Zeit diese typische Melancholie der Finnen. Es ist eine ruhige Geschichte, die trotz der wenigen Seiten sehr ausführlich beschrieben wird.
In der ersten Hälfte lernen wir Maresi und das Leben im Kloster genau kennen. Man bekommt einen guten Einblick ihres Tagesablaufs und kann sich das Kloster wirklich gut bildlich vorstellen.

Allerdings hatte ich leider während des ganzen Buches ein Problem. Ich kam den Personen nicht wirklich nahe. Ich konnte nicht richtig in die Geschichte eintauchen und habe alles mehr aus der Ferne betrachtet anstatt mit zu fiebern.
Eigentlich mag ich diese Art von ruhigen Erzählungen. Es muss nicht immer eine riesige Action vorkommen. Aber hier habe ich das Gefühl das man gewollt auf Distanz gehalten wird.
Die Sprache ist wirklich schön zu lesen. Leicht und flüssig. Deshalb kann ich auch nicht genau beschreiben warum ich einfach nicht warmgeworden bin mit Maresi und den anderen.

Im zweiten Teil des Buches entwickelt sich die Geschichte. Auf der Insel sind Männer eigentlich verboten. Deshalb herrscht große Panik als auf einmal fremde Schiffe auftauchen.
Auf den folgenden Seiten passiert sehr viel und auch einige sehr grausame Dinge. Doch auch hier fehlt mir wieder die Nähe zu den Personen. Ich kann nicht mitleiden. Ich betrachte es einfach aus der Ferne.

So war „Maresi- Das Lied der Insel“ für mich keine wirkliche Enttäuschung, denn die Story an sich war sehr schön. Aber es konnte meine Erwartungen auch nicht erfüllen. Aufgrund des Klappentextes dachte ich, man wird etwas zum Nachdenken angeregt. Erkennt in diesem Buch den Wert der Freundschaft. In meinem Fall war dies leider nicht so. Es war einfach eine nette Geschichte für Zwischendurch.
Deshalb bekommt dieses Buch von mir 3 von 5 Lesekatzen.

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