Rezension zu „Ein ganzes halbes Jahr“

Daten:

Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes – Rowohlt Verlag – 544 Seiten – ISBN 3499272792 – 9,99€ – veröffentlicht am 27. Mai 2016-10-04

Inhalt:

Das Leben von Louisa Clark ist in etwa so langweilig wie die Stadt in der sie lebt.
Sie wohnt noch zuhause bei den Eltern, zusammen mit ihrer Schwester und deren Sohn. Sie ist seit 7 Jahren mit Patrick zusammen und arbeitet fast genau so lange in dem Café „Buttered Bun“.
Doch ihr Leben gerät völlig durcheinander als das Café h geschlossen wird. Plötzlich arbeitslos weiß Louisa nicht was sie machen soll. Doch ihre Familie ist auf das Einkommen angewiesen und so versucht Louisa die verschiedensten Jobs. Doch egal was sie macht, es ist einfach nichts für sie.
Als letzte Stelle bietet das Jobcenter ihr eine Stelle als Pflegerin bei Familie Traynor an. Diese Stelle ist zwar nur auf ein halbes Jahr begrenzt, doch Louisa soll dort gut verdienen und so nimmt sie die Stelle an.
Doch als sie ein paar Tage später ihren ersten Arbeitstag hat, ist er ganz anders als erwartet. Kein alter, gebrechlicher Mann erwartet sie sondern Will Traynor. Ein ehemals erfolgreicher und sportlicher Mann, der durch einen Verkehrsunfall nun im Rollstuhl sitzt und sich nicht mehr bewegen kann.

Will straft Louisa mit Ignoranz. Er redet kaum mit ihr und bindet sie nicht in ihren Alltag ein. Doch so schnell gibt Louisa nicht auf. Sie will ihren Job gut machen. Und so schafft sie es mit viel Feingefühl und Witz nach und nach die harte Schale von Will zu knacken. Doch dann erfährt Louisa durch einen Zufall etwas, dass die ganze Situation noch einmal komplett verändert. Ein neuer Kampf beginnt für sie.

Meine Meinung:

Eigentlich sind solche Liebesromane ja gar nichts für mich. Aber nachdem ich so viel über dieses Buch gelesen hatte und es dann ja auch verfilmt wurde, habe ich mich dazu entschlossen es doch zu lesen.
Und was soll ich sagen? Ich bin froh darüber. Ich habe dieses Buch in 2 Tagen durchgelesen. Die Geschichte rund um Lou und Will hat mich völlig gefangen genommen.

Lou ist ein toller Charakter. Sie ist immer fröhlich, trägt ausgefallenen Sachen. Sie ist nicht auf den Mund gefallen aber sie hat ihren Weg noch nicht gefunden. Gefangen in dieser Kleinstadt in England führt sie eine Beziehung zu einem Freund den sie nicht wirklich liebt und fühlt sich ihrer Schwester ständig unterlegen.

Will war früher ein sehr erfolgreicher und sportlicher Mann. Er hat das Leben in allen Zügen genossen. Nun sitzt er seit 2 Jahren im Rollstuhl und ist auf ständige Hilfe angewiesen. Er hat sich immer mehr verschlossen. Von den meisten Freunden hat er sich abgewendet weil er kein Mitleid möchte. Deshalb stößt er viele Menschen auch vor den Kopf.
Doch eigentlich ist er ein sehr humorvoller Mensch, der viel vom Leben weiß und nach einem sehr schwierigen Start für Lou ein wichtiger Punkt im Leben wird. Er möchte, dass sie ihr Leben genießt und das macht er immer wieder deutlich.

Für mich ist diese Geschichte keine typische Liebesgeschichte. Es gibt so viele lustige Momente. Ich hatte beim Lesen nie das Gefühl das es kitschig wird. Man fiebert mit Lou mit und würde ihr am liebsten in vielen Situationen helfen.

Dieses Buch ist aber nicht nur eine Liebesgeschichte. Es dreht sich auch um das wichtige Thema selbstbestimmter Tod. Wann ist ein Leben noch lebenswert und dürfen andere Menschen darüber entscheiden? Es ist kein einfaches Thema und am Ende des Buches lässt einen die ganze Geschichte durchaus nachdenklich zurück. Aber das finde ich richtig und gut. Man überlegt wie man selber in dieser Situation von Will gehandelt hätte und wann für einen selber das Leben aufhört Lebenswert zu sein. Ich für mich habe da ziemlich deutliche Vorstellungen. Aber ich denke das muss jeder für sich herausfinden. Und egal wie sich ein Mensch entscheidet darf man dies auf keinen Fall irgendwie bewerten. Denn niemand kann einem das Leben das man führt abnehmen.

Für mich ist „Ein ganzes halbes Jahr“ ein absolutes Jahreshighlight. Ich bin froh es gelesen zu haben und deshalb bekommt es von mir 5 von 5 Lesekatzen.

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