Rezension zu „Die Reise der Amy Snow“

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Daten:

Die Reise der Amy Snow von Tracy Rees – List Verlag – 476 Seiten – ISBN 3471351361 – 14,99€ – veröffentlicht am 14. März 2016

Inhalt:

England in der Mitte des 19. Jahrhunderts: Aurelia Vennaway ist 8 Jahre alt, als sie im Schnee ein Baby findet.

Voller Freude nimmt sie es mit ins Haus zu ihrer Familie und gibt ihr den passenden Namen Amy Snow.
Doch die Familie ist alles andere als begeistert. Aurelias Mutter möchte Amy so schnell wie Möglich aus dem Haus haben, schließlich ist so ein Bastard wie Amy nichts für eine Familie von Stand wie die Vennaways.
Doch Aurelia besteht darauf das Amy bleiben darf und so wächst sie von der Familie geduldet, unter schwierigen Bedingungen auf. Die Bediensteten kümmern sich zwar um Amy, allerdings bekommt sie nur von Aurelia Zuneigung. Je älter Amy wird um so enger wird die Freundschaft zwischen den beiden. Natürlich zum Missfallen der Eltern denn eine Freundschaft zwischen so unterschiedlichen Ständen darf es einfach nicht geben.
Als Aurelia dann sehr krank wird und nach einigen Jahren an den Folgen dieser Krankheit stirbt, schickt sie ihre liebste Freundin auf eine Reise durch England. Diese Schnitzeljagd soll Aurelias Geheimnisse aufdecken, die ihre Familie nie erfahren soll. Außerdem soll sie Amy helfen, ihren Weg im Leben zu finden. Und so macht Amy sich auf den Weg zu vielen Erkenntnissen.

Meine Meinung:

Auf dieses Buch habe ich mich wirklich gefreut. Der Klappentext klang wirklich spannend und das Cover hat mir auch direkt gefallen. Zeitlich passt es auch sehr gut. Ich lese ja gerne ein wenig historisches.

Die Charaktere sind wirklich gut ausgearbeitet. Alle haben Ecken und Kanten. Egal ob Hauptpersonen wie Amy oder Nebencharaktere die Amy auf ihrer Reise trifft. Jeder hat seine eigene Art und bringt einen zum Schmunzeln, verärgert den Leser oder man freut sich einfach mit den Charakteren. Das ist der Autorin wirklich gelungen. Auch die Handlungsorte werden toll beschrieben. Die Geschichte spielt im viktorianischen England. Das ist eine spannende Zeit in der es viele Umbrüche gab. Das macht es für den Leser wirklich spannend in die Orte einzutauchen. Man erlebt auch Hautnah mit welche Unterschiede zwischen Städten wie London, Bath oder York existieren.

Auch die Entwicklung von Amy hat mir gefallen. Am Anfang ist sie eine sehr eingeschüchterte und junge Frau, die nicht weiß was das Leben für sie bereit hält. Der Tod der geliebten Freunden hat sie komplett überfordert. Doch durch die Schatzsuche quer durch England, bekommt Amy eine Aufgabe und kann Aurelia nahe sein. Amy lernt viele interessante Menschen kennen, die ihr helfen sich zu entwickeln. Das beschreibt die Autorin wirklich realistisch.

Leider muss ich aber auch sagen, dass ich das Buch stellenweise sehr langatmig gefunden habe. Ich liebe Details in Büchern wirklich sehr aber vieles erschien mir überflüssig in die Länge gezogen. Manche Details hätte man sich einfach sparen können. Und die Schatzsuche hätte man auch etwas spannender gestalten können. Die Autorin lässt uns immer an Amys Gedanken teilhaben. Aber dadurch erfährt man einen Gedanken etwa in der Mitte des Buches, welcher eigentlich die einzig logische Erklärung für die ganze Schatzsuche ist. Vielleicht hätte man das etwas anders gestalten können.

Das sind leider Gründe für mich, die das Buch nicht ganz so spannend gemacht haben, wie es hätte werden können.
Trotzdem hat es mir gut gefallen. Die Geschichte ist gut geschrieben und die Charaktere gefallen mir sehr. Man erfährt viel über das England im 19. Jahrhundert und die Leser dürfen teilhaben an einer Freundschaft die trotz verschiedener Stände noch über den Tod hinaus bestehen bleibt. Es gibt wirklich einige Momente die mich komplett überzeugt haben in dem Buch.

Insgesamt gebe ich „Die Reise der Amy Snow“ 3 von 5 Lesekatzen.

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