Rezension zu „Spiel der Königin“

 

Daten:

Spiel der Königin von Elisabeth Fremantle – btb Verlag – 448 Seiten – ISBN 344274994 – 9,99€ – veröffentlicht am 12. Oktober 2015

Inhalt:

England 1543, Katherine Parr ist gerade zum zweiten Mal verwitwet, als sie von Mary Tudor an den Hof von Henry VII gerufen wird. Dort soll sie Mary bei einer Taufe beistehen. Doch auch König Henry wird auf Katherine aufmerksam. Zuerst misst Katherine diesem Klatsch keine Bedeutung bei. Sie verliebt sich in Thomas Seymour und beginnt eine Affäre mit ihm. Doch Henry hat sich in den Kopf gesetzt das Katherine seine sechste Ehefrau wird. Und so verbannt er Thomas Seymour vom Hof und macht Katherine einen Heiratsantrag. Sie hat keine Chance diesen Antrag abzulehnen und wird Henrys letzte Ehefrau.

Von nun an ist es für Katherine kein leichtes Leben. Henry ist ein unberechenbarer König und so muss Katherine ständig darauf achten nie ein unbedachtes Wort zu äußern. Doch ihr Wunsch nach einer Reformation der Kirche bleiben während der ganzen Zeit bestehen. Und so werden die letzten Jahre des Königs, ein ständiger Drahtseilakt für Katherine.

 

Meine Meinung:

Dieses Buch ist das Erstlingswerk von Elisabeth Fremantle. Und direkt hat sie sich eine schwierige Zeit ausgesucht. Allerdings gibt es ja gerade zu Zeiten von Henry VII so einiges zu berichten. Und obwohl ich schon so viele Bücher über diese Zeit gelesen habe, freue ich mich immer wieder wenn es etwas Neues zu lesen gibt.

Katherina Parr, als letzte Ehefrau des Königs blieb ja lange Zeit sehr unbeleuchtet. Doch nach und nach gibt es doch Romane über sie. Hier können wir wirklich tief in ihr Leben eindringen. Ihre Gedanken teilen und wir bekommen einen Einblick wie schwierig das Leben mit diesem legendären Monarchen war.
Das ist der Autorin wirklich gut gelungen und hat mir sehr gefallen. Ihre Erzählung ist authentisch und logisch. Es passt zu der damaligen Zeit und man kann es gut nachvollziehen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Sie haben Ecken und Kanten. Auch wenn Katherine nach außen hin die brave Ehefrau mimt, merkt man doch oft, dass sie eigentlich ganz anders denkt.
Auch Henry ist gut getroffen. Die Unberechenbarkeit ist oft spürbar. Und trotzdem merkt man die Verzweiflung die er in sich gehabt haben muss. Nur einen lebenden männlichen Erben. Und immer steckt der Wunsch in ihm geliebt zu werden.

Und auch das Leben der „kleinen“ Leute wird erläutert. Anhand von Katherines Dienstmagd Dot. Sie war mir ehrlich gesagt nicht ganz so sympathisch. Aber ich denke die Geschichte brauchte sie.

Einen Minuspunkt bekommt das Buch von mir Aufgrund der vielen Kirchlichen Handlungen. Manchmal hatte man den Eindruck, dass es im Leben von Katherine Parr nichts anderes gab. Sie War zwar eine Reformerin und hat ein Gebetsbuch in englischer Sprache verfasst, aber für den Leser war es teilweise doch sehr anstrengend zu lesen. Es gehört zu ihrem Charakter und muss beleuchtet werden. Ich denke aber, dass diesem Roman ein paar weniger Seiten darüber gut getan hätten. Ich persönlich war immer froh wenn diese Passagen vorbei waren.

Ansonsten hat mir das Buch aber wirklich gut gefallen. Deshalb bekommt es von mir 3 von 5 Lesekatzen.

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