Autoreninterview mit Anja Bärike

 

Im Rahmen der aktuell laufen Blogtour zu dem Buch „Die Seele der Sonne“ , habe ich ein sehr schönes Interview mit der Autorin Anja Bärike geführt.

Wenn ihr mehr über das Buch erfahren wollt, schaut euch meine Rezension dazu an. Klick 

 

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Wie würdest du dein Buch mit einem Satz beschreiben?

Die Seele der Sonne ist eine Abenteuerreise, eine Geschichte über Freundschaft, Mut und eine heimliche Liebe, die das Schicksal einer ganzen Welt verändern könnte.

Hattest du die Geschichte von Anfang an so im Kopf oder gab es auch Wendungen die du so erst gar nicht geplant hattest und wo deine Figuren ein Eigenleben entwickelt haben?

Ich hatte die Geschichte über Monate hinweg aufgebaut, zunächst auf unzähligen Notizzetteln, später dann detaillierter und strukturierter im Computer. Bei diesem Schritt, als ich alle Notizen richtig sortiert und Lücken geschlossen habe, da ergaben sich schon noch einige Wendungen. Beim Schreiben später passierte das nicht mehr, da bin ich dann komplett dem geplanten Plot gefolgt.

Wer ist dein Lieblingscharakter aus dem Buch?

Am Anfang habe ich sehr an meinen beiden Hauptcharaktern gehangen, aber je mehr ich schrieb, desto lieber gewann ich Darius, dem ich zuerst gar keine so große Rolle zugedacht hatte. Am Ende war er mein liebster Charakter, weshalb er auch noch sein eigenes kleines Ende bekommen hat. 😉

Gibt es reale Personen die du als Vorlage für Charaktere aus deinem Buch hattest?

Nein, zumindest nicht bewusst. Die einzige Ausnahme ist da vielleicht Darius. Ich hatte mir eine Weile über den zweiten Knappen Gedanken gemacht, aber noch keinen passenden Charakter gefunden, als ich eines Tages mit der Straßenbahn zur Hochschule fuhr. Da ging ein junger Mann über die Straße, der das Vorbild für Darius wurde. Er war etwas Übergewichtig, aber das war es nicht, weshalb er mir auffiel. Es war diese unglaublich tiefe Traurigkeit, die er ausstrahlte, mit seiner gebückten Haltung, dem hängenden Kopf und vor allem seinem Blick. Das Bild hat mich ewig nicht losgelassen und der aufmerksame Leser wird die Beschreibung vielleicht bei Lunas erstem Treffen mit Darius wiederfinden.

Hattest du schon immer den Wunsch ein Buch zu schreiben?

Oh ja, der Wunsch begleitet mich schon sehr lange. Es gab bei uns in der Grundschule mal einen Kurzgeschichtenwettbewerb für die Schülerzeitung, bei dem am Ende zwei gedruckt wurden, darunter auch meine. Seitdem schreibe ich. Im Laufe der Zeit wurden die Geschichten immer länger und ausgereifter. Die Seele der Sonne war dann aber die erste, die ich von vorn herein komplett durchgeplant und gezielt als Buch niedergeschrieben habe.

Wie ist das Buch denn entstanden? Hast du eine besondere Vorgehensweise, wenn du schreibst?

Die Grundidee basiert tatsächlich auf einem Traum, der mich so faszinierte, dass ich ihn am nächsten Morgen gleich aufschrieb. Davon ist am Ende allerdings nicht mehr viel übriggeblieben, nur die Idee mit den Prüfungen. Dann habe ich wie bereits gesagt über viele Monate Ideen gesammelt und die Geschichte immer weiter ausgebaut, bis hin zur Strukturierung im Computer. Dafür habe ich dann aber kein System verwendet, nur den Plot aufgeschrieben und gesondert die Charaktere ausgebaut. Als der Plot komplett stand, war mein Leben gerade an einem Scheitelpunkt angelangt. Ich hatte im Studium alles bis auf die Masterarbeit abgeschlossen, nur hatte ich noch keine Firma gefunden, die mir ein wirklich reizvolles Projekt und ein halbwegs bezahltes Praktikum bot. Außerdem war mein Bruder drei Jahre vorher nach Kanada gezogen und hatte gerade eine neue Wohnung mit seiner Freundin bezogen. Er bot mir an für drei Monate bei ihm zu leben, das Buch zu schreiben und mein Englisch zu verbessern. Ich habe lange überlegt, aber dann wurde mir klar, dass ich so eine Gelegenheit sicher nicht so schnell wiederkriegen würde, wenn ich einmal im Arbeitsleben eingetaucht wäre. Also sagte ich zu, nahm mir ein Urlaubssemester, jobbte in den Ferien so viel es ging und flog dann nach Kanada. Dort habe ich unter der Woche jeden Tag, während mein Bruder und seine Freundin auf Arbeit waren, die vollen 8 Stunden geschrieben. Davon die meiste Zeit am Strand oder im Café, weil es dort kein Internet gibt, das einen ablenkt. 😉 Es war eine unglaublich tolle Erfahrung, weil man so intensiv in die Geschichte eintauchen kann. Nach knapp zwei Monaten war die erste Fassung fertig und das Überarbeiten begann. An den Wochenenden haben wir immer Ausflüge gemacht, es ist bis heute wirklich die schönste Zeit meines Lebens gewesen. Danach verschwand das Manuskript eine ganze Weile in den Untiefen des Laptopspeichers, weil mich die Masterarbeit und der darauffolgende erste Job vollauf beschäftigten. Ich habe es erst 2014 wieder hervorgeholt und noch einmal überarbeitet, bevor ich es dann 2015 veröffentlicht habe.

Schreibst du aktuell schon an einem neuen Buch?

Ja ich habe seit Mitte letzten Jahres endlich zurück zum Schreiben gefunden. Nach ein paar Kurzgeschichten sitze ich seit Januar an einem neuen Jugend-Fantasy-Buch. Das heißt, wenn alles klappt, wird es sogar ein Vierteiler. 😉 Diesmal ist es Urban-Fantasy und ich habe mich dafür unter anderem mit Stundenplänen herumschlagen und mich mit deutschen lokalen Sagenggestalten auseinandersetzen dürfen. Aber mehr wird noch nicht verraten, dazu bin ich noch nicht weit genug. 😉

Was machst du, wenn du nicht gerade schreibst?

Ich glaube manchmal, ich habe echt zu viele Hobbies 😉 Abgesehen davon, dass ich natürlich sehr gerne lese, gehe ich so oft wie möglich auf Mittelalter-Märkte und Fantasy-Events. Für diese schneidere ich auch Kostüme selber. Ich liebe Mittelalter- und Elbenkleider, aber mein Lieblingskostüm ist meine Druidin. Außerdem backe ich für mein Leben gerne. Das liegt bei uns in der Familie, mein Uropa besaß eine Bäckerei und wir haben zum Glück noch tolle Rezepte von ihm, die mir meine Mum schon als Kind beigebracht hat.

Hast du ein Lieblingsbuch?

Oh, das ist eine schwierige Frage, weil ich viele wirklich tolle Bücher aufzählen könnte. Am meisten beeinflusst hat mich wahrscheinlich Harry Potter und ich habe den ersten Band mindestens fünfmal gelesen. Wenn es um neuere Bücher geht finde ich die Trilogie von Tommy Krappweis „Mara und der Feuerbringer“ eine der großartigsten Urban-Fantasy Geschichten der letzten Jahre.

Wo können die Leser mehr über dich erfahren?

Ich habe einen Autorenblog unter https://anjabaerike.wordpress.com/

Und eine Facebook Autorenseite unter https://www.facebook.com/anjabaerike/