Rezension zu „Als wir Schwestern waren“

 

Daten:

Als wir Schwestern waren von Marie Jansen – Blanvalet Verlag – 384 Seiten – ISBN 3734100070 – 9,99€ – veröffentlicht am 18. Januar 2016-02-25

Inhalt:

Berlin 2013, Simone Berger arbeitet als Auktionshändlerin und ersteigert für ihre Kunden die verschiedensten Dinge. Ihr neuster Auftrag führt sie zu einer alten Villa nach Hamburg. Dort soll sie zwei alte Schrankkoffer und einen alten Sattel ersteigern. Als sich aber nach einer erfolgreichen Ersteigerung die Auftraggeberin nicht meldet, wird Simones Neugier immer größer was sich in den Koffern verbirgt. Sie findet alte Briefe und Tagebücher die sie um viele Jahre zurückversetzen.

Hamburg im Jahr 1916. Die beiden Schwester Elisabeth und Vivianne stammen aus gutem Hause. Elisabeth ist nach einer Erkrankung im Gesicht für die Mutter so entstellt das sie die junge Frau nicht in die Gesellschaft einführen will. Die ganze Hoffnung liegt nun bei Vivianne. Doch diese möchte sich den festen Strukturen ihrer Mutter nicht beugen. Sie verliebt sich in den Kunstreiter Philippe und verlässt mit ihm Hamburg. Als dann der 1. Weltkrieg ausbricht, trennt er die beiden Schwestern komplett, denn Frankreich ist nun ein Feind und so kämpfen Vivianne und Phillipe um ihr Leben.

Meine Meinung:

Ich lese sehr gerne Bücher die auf zwei Zeitebenen spielen. Meistens gefallen mir die Handlungen der vergangenen Zeit besser. Das war auch hier der Fall. Simone ist mir nicht immer sympathisch. Sie steckt in einem Loch, sowohl beruflich als auch privat. Das kennt sicherlich jeder. Allerdings kann ich ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen. Gerade was ihren Freund angeht, den sie so oft in dem Buch ignoriert.

Die Handlung zur Zeit des 1. Weltkrieges hat mir sehr gut gefallen. Ich finde es immer wieder erstaunlich was die damalige Lebensweise für traurige Schicksale hervorgebracht hat. Auch wenn diese Handlung natürlich nur ausgedacht ist, gibt es genug Schicksale die wirklich passiert sind.

Ich kann Viviannes Freiheitsdrang der gut nachvollziehen. So leben zu wollen wie man selber es will. Die Charaktere beider Schwestern sind wirklich gut beschrieben. Auch die Verwandlung von Elisabeth, die erst die fügsame, liebe Schwester ist und dann von ihrer geliebten Schwester verlassen wird und im Laufe der Jahre immer berechnender wird.

Auch die Sprache ist flüssig zu lesen. Ich hatte das Buch in zwei Tagen durch weil es wirklich spannend war und man wissen wollte wie es weitergeht.
Natürlich sind diese Art von Büchern immer etwas ähnlich. Aber als leichte Lektüre finde ich es toll.
Deshalb bekommt „Als wir Schwestern waren“ von mir 4 von 5 Lesekatzen

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